Sieger der IdeenLounge 01: WaDi
Bei der Premiere der WeissSee IdeenLounge gewann Martin Wesian mit seinem Projekt wadi – Trinkwasser für alle die € 1000,- Preisgeld! Wir möchten das Siegerprojekt und im Anschluss auch die anderen Projekte vorstellen. Die Teilnehmer&innen haben dazu einige Fragen zu ihrem Projekt beantwortet.
Beschreibe bitte worum es bei deiner Unternehmensidee geht und gehe darauf ein welches Problem es lösen soll.
1,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu trinkbarem Wasser, 2,7 Milliarden nur eingeschränkten Zugang. Täglich sterben 9.000 Kinder und viele Erwachsene aufgrund des Konsums von verunreinigtem Wasser. Über die Hälfte aller Krankenhausbetten in den betroffenen Gebieten sind von Menschen belegt, die an Krankheiten leiden, die durch keimbelastetes Wasser hervorgerufen werden.
Neben dem menschlichen Leid sind der volkswirtschaftliche Schaden sowie die Nachteile für das gesamte Gesundheitssystem enorm. Aus diesem Grund haben die Mitgliedsstaaten der Untited Nations die „Millenium Development Goals“ vereinbart, mit denen bis 2015 jährlich 125 Millionen Menschen nachhaltig mit Trinkwasser versorgt werden sollen. Dafür werden jährlich 11,3 Milliarden Dollar aufgewendet. Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, benötigt es einfache und kostengünstige Lösungen zur Wasserdesinfektion.
Hier füllt das „wadi“ eine Lücke, indem es die „Solare Trinkwasserdesinfektion“ (SODIS) optimiert und den Benutzern innerhalb von wenigen Stunden anzeigt, sobald das Wasser desinfiziert ist.Das Gerät wird ca. 5 € kosten und ermöglicht einer Familie bis zu 15 Personen die selbständige Desinfektion von Wasser über mindestens 5 Jahre hinweg.
Wie kam es zu dieser Idee?
Als Wirtschaftsingenieur allgemein im Bereich erneuerbare Energie spezialisiert und den Wasserreichtum von Vorarlberg gewöhnt, konnte ich bei einigen Reisen feststellen, dass Trinkwasser für einen Großteil der Weltbevölkerung ein rares Gut ist. Durch eine Cholera-Epidemie in Kolumbien, wobei ich selber an der als ausgestorbener Seuche gedachten Krankheit erkrankte, erkannte ich, dass nicht das fehlen von Wasser das Problem ist. Wasser ist meistens genügend vorhanden, sogar im afrikanischen Raum, sondern es fehlt an desinfiziertem und somit trinkbarem Wasser.
Durch einen SPIEGEL-Artikel gelangte ich zur „Solaren Trinkwasserdesinfektion“, entwickelt von der ETH-Zürich / SODIS, mit deren tatkräftiger Unterstützung ich dann das „wadi“ entwickeln konnte.
Was ist deine persönliche Motivation ein eigenes Unternehmen zu gründen? Wie schätzt du das österreichische Bild dem Unternehmertum gegenüber ein?
Die Motivation hinter einer Unternehmensgründung liegt vor allem darin, dass das „wadi“ seine Verbreitung in sinnvollen Mengen nur im gewinnorientierten Rahmen erfahren wird. Durch Gewinne können Gelder aufgewandt werden, die in Marketing und somit in die weitere Verbreitung des Gerätes investiert werden. Weiters ist es möglich, eine Forschung und Entwicklung in diesem Bereich zu etablieren, um weitere innovative Ideen umsetzen zu können.
Allgemein soll auch der Beweis erbracht werden, dass sich ethisch korrektes Unternehmertum und ökologische Werte durchaus in einem ökonomischen Erfolg vereinen lassen. Damit kann und soll auch dem österreichischen Bild des allein auf Gewinnmaximierung orientierten Unternehmers entgegengewirkt werden. Speziell im Rahmen von Initiativen wie „WeissSee“ oder den „Energy Globe Awards“ können sich Unternehmen und Entrepreneurs etablieren, deren Geschäftkonzepte sich auf die Themen Nachhaltigkeit, Ökologie und ethische Werte konzentrieren.
Gerade Österreich kann zu diesem Thema viele innovative Ideen und Produktumsetzungen vorweisen, alleine fehlt es noch an Unterstützung seitens der Banken und Investoren. Gerade hier sind Initiativen wie z.B. „WeissSee“ wichtig, die solchen Ideen eine Plattform bieten, damit österreichische Entrepreneure in diesem zukunftsträchtigen Markt weiter weltweit Spitzentechnologie liefern können.
Was ist deine persönliche Vision für deine Unternehmensidee? Wo möchtest du in 5 Jahren damit stehen?
Das „wadi“ soll ein Standard für die kostengünstige Trinkwasserdesinfektion darstellen. Hierbei soll neben dem nachhaltigen Nutzen für Betroffene auch ein Einsatz in der Katastrophenhilfe ein schnelleres und effektiveres Handeln ermöglicht werden. In 5 Jahren sind auch weitere Produkte entwickelt, die die Wasserdesinfektion für Dörfer und kleine Städte ermöglicht.
Natürlich steht neben diesen Zielen auch der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens ganz oben, um auch in Zukunft innovative Produkte entwickeln zu können.
Weitere Infos auf: http://www.waterdisinfection.org
Interessierte Investoren können sich bei office@weissSee.com melden.






Bei promotion Nordhessen (www.promotion-nordhessen.de), einem BP Wettbewerb in Deutschland, hat ein Unternehmen mit einer Technologie zur dezentralen Trinkwasseraufbereitung gewonnen. Evtl. ein Wettbewerber.