Enable2start: 5 x € 50.000,- für Gründer

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Deutschland hat in Sachen Start-up Unterstützung mal wieder die Nase vorn. Financial Times Deutschland ruft zum 3. Mal den Gründerwettbewerb enable2start aus und vergibt dabei 5 x € 50.000,- in bar. Die gute Nachricht: Auch Start-ups aus Österreich und der Schweiz sind willkommen.

Dr. Thomas Clark, Ideengeber und Projektleiter von enable2start hat Hannes Offenbacher einige Fragen zum Wettbewerb beantwortet.

HO: enable2start startet in das dritte Jahr. Wieder lockt eine Finanzspritze von 5×50.000 Euro auf die besten Einreichungen. Was wurde aus den Gewinnern des letzten Jahres? Was ist in Deinen Augen die größte Erfolgsgeschichte von 2008?

TC: Was aus den Siegern der Erstrunde geworden ist, kann man im Kompendium-Buch nachlesen. Die Lektüre kann ich sehr empfehlen, weil dort auch alle Quartalszahlen detailliert aufgelistet sind. Eine einzigartige Gründerstudie sozusagen.

Kurz vorab: Mymüsli und Elly & Stoffl sind derzeit sehr erfolgreich; Mymuesli machte 2008 über 2 Mio. Euro Umsatz und hatte mehr als 500.000 Euro Cash auf der Bank. Auch Elly & Stoffl ist sehr erfolgreich. Nat Fine Biofood musste hingegen aufgeben, schwer überschuldet. Gründer Jan Rosenkranz arbeitet an einer Liquidierung, um die Insolvenz zu vermeiden, aber das wird schwierig.

Was die Sieger der zweiten Runde betrifft – nun, dann kann man ja täglich nachlesen auf FTD-Online. Wenn Dich die Zahlen interessieren – siehe  hier . Zwei Quartale kommen noch, die Rechnung steht also noch aus.

HO: Unter den Verpflichtungen für Bewerber liest man vom Prinzip: „Alles was in der deutschen Unternehmerszene aus Mentalitätsgründen verschwiegen wird, muss kommuniziert werden. Alles, was nachvollziehbar einen direkten wettbewerbsrechtlichen Schaden verursachen kann, darf verschwiegen werden.” Dazu gehören auch die Quartalszahlen. Wie kam es zu diesem Anspruch der Transparenz und was ist deren Ziel?

TC: Jeder Gründer muss extrem wirtschaftlich denken, um zu überleben oder zu prosperieren. Wenn man Unternehmertum anschaulich machen will, ist es folglich unumgänglich, den Lesern auch die wirtschaftliche Seite einer Gründung detailliert zu zeigen. Das ist unser journalistischer Anspruch. Er ist weltweit einzigartig (auch in den USA oder anderen europäischen Ländern gibt es so eine transparente Berichterstattung nicht), aber notwendig. Ansonsten wäre das Ganze nur eine Lifestyle-Story.

HO: Auch wenn die Financial Times Deutschland den Wettbewerb ausschreibt, so sind auch österreichische und schweizer GründerInnen willkommen. Liegt das an Deiner – österreichischen – Staatsbürgerschaft, oder glaubt man bei der FTD an das unternehmerische Potential der Bergvölker – vielleicht sogar mehr als die eigenen Strukturen zu Hause?

TC: Viele namhafte Gründer und Unternehmer sitzen oder kommen aus der Schweiz und Österreich, deshalb freuen wir uns natürlich über Bewerbungen aus diesen Ländern. In der ersten Runde hat es ein österreichisches Team ins Finale geschafft . Mal sehen, was diesmal passiert.

HO: In Österreich gibt es – nach unseren Recherchen – keinen einzigen Startup Wettbewerb mit echten, relevanten Geldpreisen. Oft muss eine lizensierte Version von MS Office reichen. Sind wir zu klein, zu kleindenkend oder gibt es sie in Österreich einfach nicht, die Entrepreneurship Kultur? Welche Gründe würdest Du ausmachen?

TC: Bestimmt macht es die Größe bzw. mangelnde Größe des Landes schwieriger, namhafte Sponsoring-Summen aufzutreiben. Doch ich glaube, dass es durchaus möglich ist, eine reine Österreich-Version von enable2start zu machen. Das wäre doch mal was!

HO: Enable2start wünscht sich ein buntes Feld an Bewerbern mit Ideen aus verschiedenen Branchen. Wie stark war und wird das Thema Nachhaltigkeit als Ideenquelle eine Rolle spielen? Siehst Du Tendenzen hin zu einem Entrepreneurship beyond ITC?

TC: Klar ist Nachhaltigkeit wichtig, ich war bereits in der zweiten Runde erstaunt, welche Geschäftsideen rund um dieses Thema ausgebrütet und teilweise auch schon umgesetzt werden.

Wir bedanken uns für dieses Interview und möchten auf diesem Wege die österreichische Gründerlandschaft ermutigen wieder mitzumachen! Für jene, die bereits auf den Geschmack gekommen sind; hier die wichtigsten Kriterien für die eingereichten Geschäftsideen.

  • Originalität und Kreativität der Geschäftsideen
  • Finanzielle Stimmigkeit des Geschäftsplans/Businessplans
  • Nachweis bereits erfolgter Arbeiten an der Planung und/oder Umsetzung der Geschäftsidee
  • Lebenslauf des Bewerbers (und seiner etwaigen Gründerkollegen)
  • Wachstumsorientierung

Hinzu kommt ein Kriterium, das weniger mit der Qualität der Bewerbung als mit der spezifischen Struktur von enable2start zu tun hat: Die Eignung einer Geschäftsidee bzw. eines Jungunternehmens für eine redaktionelle Begleitung.

Wir wünschen Thomas Clark und natürlich den Bewerbern viel Erfolg für diese 3. Runde!

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